Blaulicht und Martinhorn - was Sie darüber wissen sollten

Mit Aufkommen der ersten Fahrzeuge für die Feuerwehr wie Handkarren oder Pferdefuhrwerke machte man sich auch Gedanken, wie man sich gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern Aufmerksamkeit verschaffen konnte. Es begann mit lauten Rufen, was mit zunehmender Verkehrsdicht immer schlechter funktionierte. Später waren es Glocken, Trompeten oder Hörnern die angekündigten: "Platz da, die Feuerwehr kommt!".

An diesem Prinzip hat sich bis auf die Technik nicht viel geändert. Heutzutage gilt: Fahrzeblaulicht2ugen, die mit eingeschaltetem Blaulicht und Horn unterwegs sind, ist sofort die Fahrbahn freizugeben und der Vortritt zu gewähren.

Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in den § 35 und 38 StVO (Strassenverkehrsordnung) wieder. Hier steht geschrieben, dass Fahrzeuge u. a. der Feuerwehr zur Erfüllung Ihrer Aufgaben von der StVO ganz oder teilweise befreit sind, wenn höchste Eile geboten ist um Menschenleben zu retten oder um schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden.

Die Anordnung an alle Verkehrsteilnehmer, sofort frei Bahn zu schaffen, wird nur dadurch wirksam erteilt, dass das Blinklicht und das Einsatzhorn zusammen gegeben wird.

Natürlich können wir auch verstehen, dass sich einige Bürger unserer Stadt gestört fühlen, wenn sie nachts durch das Martinhorn der Feuerwehr, des Rettungsdienst oder der Polizei geweckt werden. Doch leider dürfen die Fahrer unserer Fahrzeuge darauf keine Rücksicht nehmen, wenn es darum geht, schnell auszurücken, um Menschenleben zu retten, oder grosse Sachwerte zu erhalten. Wie eben beschrieben ist das Einschalten von Blaulicht und Horn keine freiwillige Angelegenheit sonder es ist gesetzlich vorgeschrieben. Dieser Grundsatz gilt auch bei nächtlichen Fahrten. Dies ist kein willkürliches Handel, um der Bevölkerung zu zeigen, dass die Freiwillige Feuerwehr mal wieder im Einsatz ist . Ganz im Gegenteil: Es soll vor allem sie als Verkehrsteilnehmer schützen. Auch Nachts gibt es Menschen, die auf unseren Strassen unterwegs sind, z. B. Personen die früh aufstehen müssen um Ihren Arbeitsplatz zu erreichen, wie Bäcker und Zeitungsboten . Aber auch viele Leute kehren müde von der Nachtschicht zurück.

Die frühzeitige Ankündigung des Fahrzeugs soll jedem die Möglichkeit geben, rechtzeitig zu reagieren - und so gefährliche Fahrmanöver oder gar Unfälle zu vermeiden. Das gilt im Berufsverkehr ebenso wie Nachts, wenn scheinbar keiner unterwegs ist. Denn rechnen Sie in solchen Augenblicken mit einem tonnenschweren Einsatzfahrzeug, das zu einem Unfall oder Brand unterwegs ist? Aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen wollen wir, die dieses Amt freiwillig ausüben, immer auf der sicheren Seite sein. Wir bitten um Ihr Verständnis!

Verhalten als Autofahrer

Bei zahlreichen Einsatzfahrten mit Sonderrechten, stellen wir immer wieder fest, dass Autofahrer aber auch Fußgänger und Radfahrer überfordert sind und nicht genau wissen, wie Sie sich verhalten sollen, wenn ein Fahrzeug mit Blaulicht und Zweiklanghorn plötzlich auftaucht. Als häufigste Fehlreaktion sehen wir oft das unvermittelte Abbremsen mitten auf der Fahrbahn. Damit riskieren Sie aber nicht nur einen Auffahrunfall mit anderen Fahrzeugen, sondern erreichen auch das Gegenteil vom Gewünschten: Sie behindern das Einsatzfahrzeug. Wir tun unser möglichstes, dass Sie und frühzeitig erkennen und handeln können. Die Fahrzeuge der Feuerwehr Kaarst sind mit Blaulicht, Martinhorn und Frontblitzern ausgerüstet, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie müssen dafür Ihr Autoradio so regeln, dass Sie Warnsignale hören können. Ein regelmäßiger Blick in den Rückspiegel ermöglicht frühzeitiges Erkennen von Einsatzfahrzeugen.

Unsere Tipps:

  • Stellen Sie fest, woher das Einsatzsignal kommt.
  • Führen Sie alle Manöver bedacht aber entschlossen durch. Die anderen Verkehrteilnehmer müssen Ihr Verhalten erkennen können.
  • Versuchen Sie vorauszusehen, wohin das Einsatzfahrzeug fährt (gesetzter Blinker?).
  • Fahren Sie am besten rechts an den Fahrbahnrand und signalisieren Sie das mit gesetztem Blinker. Wenn Sie keinen Platz machen können, fahren Sie zügig weiter und ermöglichen das Überholen bei der nächsten Gelegenheit
  • Überlegen Sie dabei, ob ein schweres Feuerwehrfahrzeug die Strasse immer noch passieren kann (Gegenverkehr beachten!).
  • Beachten Sie, dass weitere Fahrzeuge folgen könnten.
  • Auch bei entgegenkommenden Einsatzfahrzeugen an den Rand fahren.
  • Kein langsam fahrendes Einsatzfahrzeug überholen.
  • Halten Sie Kreuzungen frei
  • An roten Ampeln kann es nötig sein, trotz Anhaltezeichen in die Kreuzung zu fahren, um eine Spur frei zu machen. In diesem Fall äußerst vorsichtig in die Kreuzung hineintasten und auf Gegenverkehr und Fußgänger achten.
  • Bleiben Sie an Ampeln stehen, auch wenn diese für Sie grün zeigt.
  • Nachdem die Einsatzfahrzeuge vorbei gefahren sind achten Sie auf den übrigen Verkehr, bevor Sie Ihre Fahrt fortsetzen


Auch, wie sie sich auf der Autobahn verhalten sollen, ist klar geregelt. Bilden Sie bei Stau eine Rettungsgasse!

     tipp rettungsg autobahn

Auf zweispurigen Bahnen wird eine Rettungsgasse in der Mitte gebildet. Bei einer dreispurigen Autobahn wird diese Gasse zwischen der linken und der mittleren Spur gebildet. Fahren Sie bei einem Stau nicht zu dicht auf das Fahrzeug vor Ihnen auf. Lassen Sie einen Abstand der Ihnen die Möglichkeit lässt, der Situation entsprechend zu agieren. Auf Landstraßen und im innerörtlichen Straßenverkehr ist das Verhalten der Autofahrer gegenüber Fahrzeugen mit Sonderrechten nicht so klar geregelt. Grundsätzlich sollte man die Gesamtsituation einschätzen die sich ergibt und dann sein Verhalten der Situation anpassen.

 

 

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